#03 Theologische Beobachtungen am Beispiel von Pastor Olaf Latzel – 39 O-Töne zum besseren Verständnis

  • (1) Die Gideon-Predigt
    • 3:45 min: Nicht Gideon, sondern Gott
    • 8:04 min: Nicht die Idee eines Menschen
    • 16:20 min: Gideon hat Angst: Das ist Jesus, der hier spricht
    • 17:18 min: Schnitte machen
    • 18:02 min: All das fordert Gott
    • 6:21 min: Ein Programm, sonst geht alles schief
    • 7:07 min: Gott ist ganz pingelig
    • 20:05 min: Dann rottet sich eine Gesellschaft zusammen
    • 23.41 min: Angriffe gehören dazu, sonst kein guter Christ

  • (2) Das Weichenstellung-Interview
    • 7:00 min: Bekehrung, sonst der Segen weg
    • 9:19 min: Gott gibt Order
    • 10:20 min: Sündiges Werkzeug
    • Klartext: 17:14 min: Ein Wort-Gottes-Fanatiker
    • Klartext 50:58 min: Hochmut unter Kontrolle
    • Klartext: 12:45 min: Nur vor Gott verantwortlich
  • (3) Die Heilsame-Lehre-Andacht
    • 0:28: Timotheus Bibelstelle
    • 2.51: Die Katastrophe: Autorität der Schrift verloren gegangen
    • 18:42: Gericht über die Kirche
    • 21.17: Zeitansage: Du musst protestieren
    • 4:07: Die Bibel als Gebrauchsanweisung
    • 7:39: Die Bibel: Von Gott gesetzt, keine Kritik üben, gehorsam sein
    • 22:22: Die Selbstdurchsetzungskraft des Wortes, ohne Gewalt
  • (4) Der Klartext-Vortrag
    • 2:34 min: Das Wort ist Gott
    • 3:18 min: Nicht das Buch, aber doch?
    • 4:08 min: Bibel und Gott hängen zusammen
    • Weichenstellung: 16:12: Jeder Buchstabe im AT redet von Jesus
    • 13:31 min: Auch im AT Jesus finden
    • 14:49 min: Nur im Wort Zugang zu Jesus
    • 32:42 min: Gleichsetzung: Schrift und Jesus
    • 15:18 min: An der Bibel entscheidet sich ewige Verdammnis
    • 10:32 min: Wir sind nicht für Menschen da
    • 11:51 min: Ein Diener des Wortes sein
    • 15:56 min: Nur die Schrift, sonst geht alels den Bach runter
    • 18:07 min: Sauber am Wort bleiben
    • 1:00:41 min: Nicht schweigen zur Irrlehre, sonst mitschuldig
    • 37:10 min: Anti-Intellektualismus
    • 36:32 min: Angriffspunkt des Widersachers: Wort Gottes
    • 38:02 min: Gläubige Pastoren werden gemobbt
    • 38:17 min: Nicht eigene Persönlichkeit, sondern der Widersacher

6 Gedanken zu „#03 Theologische Beobachtungen am Beispiel von Pastor Olaf Latzel – 39 O-Töne zum besseren Verständnis“

  1. Lieber Bruder Stangenberg, vielen herzlichen Dank für Ihre gründliche und aufschlussreiche Bewertung der Botschaft von Bruder Latzel.

    Wenn Bruder Latzel verkündet: „Jeder Buchstabe im AT redet von Jesus“, so ist das schon sehr erstaunlich. Ich kann auch kaum glauben, dass Latzel die Gegenbespiele nicht bekannt sind. Gegenbeispiele?

    Jesus kritisiert die Scheidungserlaubnisse des Mose (Deu 21,10-14) als verbesserungswürdig. (Mt 19,18)
    Bereits Maleachi hatte festgestellt, dass die Nutzung dieser Erlaubnisse
    schon von anfang an, seit der Einrichtung des mosiaischen Gesetzes zum Verlust des Segen führte (Mal 2,13-16) – ungeachtet der mosaischen Verheißung
    jeder würde gesegnet, der alles so machte wie es das msaische Gesetz verlangte (Deu 28)
    Ein weiteres Beispiel: Jesus distanziert sich von einer Rache-Geschichte des AT mit den Worten: Wisset ihr nicht, wes Geistes Kinder ihr seid ( Lk 9,54-55).
    Ein anderer Geist?

    Desgleichen gibt es viele Beispiele im AT, die ganz mit derselben Erbarmungslosigkeit verfasst sind, und bei denen der Gläubige Christ instinktiv mit der Korrektur durch JEsus rechnet (Frau Hände abhacken Deu 25,11-12 / Alle Kinder und Frauen eines heidnischen Volkes sind totzuschlagen – die Frauen ausgenommen, die noch Jungfrauen sind und geheiratet werden können. (Num 31,17-18) / Ps 137,9 Wohl dem, der eure jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert usw. usw.)

    Wie kann ein Pastor, der jahrelang Theologie und die Bibel studiert hat, da behaupten; „Jeder Buchstabe im AT redet von Jesus“?

    Ich kann mir in der Tat nicht vorstellen, dass es Zweck hätte, Bruder Latzel auf seine Falschbehauptung hinzuweisen. Er würde es sehr wahrscheinlich als Angriff des Beelzebubs auf seine „klare Linie“ deuten. Ich denke auch, dass er auf den Vorschlag, eine offene Podiumsdiskussion zum angemessenen Schriftverständnis in seiner Gemeinde zuzulassen, nicht eingehen wird.

    Die Überzeugungskraft der Chikago-Fundamentalisten beruht nun einmal wesentlich darauf, dass das Publikum dumm und uninformiert gehalten und jeglicher Versuch, wiederspruchsfrei zu argumentieren als verdammenswerter Hochmut diffamiert wird. So lächerlich und unglaubwürdig das auch ist, sie haben wenigstens bei ihrer eigenen Klientel damit Erfolg, da sie sie immer und immer wieder mit der Drohung erschrecken, dass der Versuch einer Überprüfung den gänzlichen Verlust des Glaubens zur Folge hätte.

    Jesus indes hatte keine Angst, sich prüfen zu lassen (Joh 8,48). Ich kann auch nirgends sehen, dass irgend ein Apostel je Angst vor Nachprüfung gehabt hätte. Sie rufen uns dazu ja auf. (1.Thes 5,21)

    Es gibt viele Gläubige, in denen die erzeugten Ängste noch lange nachwirken und die sich deshalb kaum von ihrem fundamentalistischen Umfeld lösen können, obwohl immer mehr Bedenken aufsteigen. Für diese Gläubige habe ich eine Internetseite eingerichtet, die – nach dem Motto „Weniger ist mehr!“ – zumindest einen kleinen Raum der Freiheit zu selbstverantwortlichem Denken schaffen soll und die Augen für die Tatsache öffnet, dass es zwei Sorten von Texten in der Bibel gibt, zum einen häufig glaubensfördernde („Nahrung“) und seltener glaubensstörende Texte („Impfstoffe“) die eine allergische Reaktion auslösen sollen, nämlich die Frage, wie Jesus im betreffenden Fall gehandelt hätte.

    Nicht jeder Gläubige ist in der Lage, in einen theologischem Diskurs tief einzusteigen. Speziell für solche Geschwister ist dieser niedrigschwellige Ansatz gut geeignet, zumal es uns ein Anliegen sein sollte, die Eindämmung gesundheitsschädlicher seelischer Erpressung durch Fundamentalismus zu einem allgemeinen Thema zu machen, sie auf möglichst viele Schultern zu legen, sodass sich jeder Betroffene gut dagegen zur Wehr setzen kann.

    Es ist sehr betrüblich, dass ein großer Teil der Gemeindeleitungen in der Ev. Allianz auch noch Jahrzehnte nach Abfassung der Chikago-Erklärung immer noch auf diesem manipulativen und unehrlichen Niveau verharrt und die Aufklärung ihrer Gemeinde über sinnvolle Alternativen nicht erlaubt.

    Vielleicht schauen Sie einmal vorbei. Über Weiterempfehlung, aber auch über Korrektur oder Anregung würde ich mich sehr freuen

    http://www.jesus-dein-anwalt.de eine Einführung in bibelgemäßes Prüfen (1.Thes 5,2)
    Eine Grafik zum Vergleich der Chikago-Erklärung mit dem verbesserten Denkmodell des Update 2.0
    liefert http://www.matth2323.de/modelle/#grafik

    Mit freundlichem Gruß Christian Rahn

    1. Lieber Bruder Rahn,
      vielen Dank für Ihre ausführliche Kommentierung und die weiterführenden Links. Mir gefällt Ihre Unterscheidung der biblischen Texte in „Nahrung“ und „Impfstoffe“. In diesem Sinne ist die gesamte Bibel nützlich „zur Besserung“, aber eben nicht im Sinne einer wörtlichen Direkt-Befolgung.
      Was meine Motivation angeht: Mir geht es nicht darum, einen „Kampf gegen den Fundamentalismus“ zu führen. Das sollen andere gerne tun. Ich habe in meiner Biografie auch keine sonderliche Verletzungsgeschichte mit dieser Bibelansicht. Mir ist aber wichtig, Varianten der Auslegung denken zu können und zu fördern. Ich werde unruhig, wenn eine bestimmte Art der Auslegung sich als „die einzig bibeltreue“ versteht. Dagegen möchte ich Einspruch erheben.
      Beste Grüße von Jens Stangenberg

  2. Lieber Herr Stangenberg, ich bin auf die folgenden Podcasts gespannt. Ich finde es spannend, Ihre Sicht dazu zu verfolgen und danken Ihnen für Ihre Haltung, um die Sie sich hier auch sichtlich bemühen.
    An einigen Passagen, die Sie hier aufführten fehlten mir mind. zwei Dinge:
    zum einen die Fragestellung, wie O. Latzel zu diesen Aussagen wohl gekommen ist? Die Bibel lässt manche seiner Auslegungen und Verstärkungen zu – das sollte m.E. in Ihrem Podcast aufgegriffen werden.
    zum anderen die kirchengeschichtliche Dimension der Auslegung. Ich vermute, dass einige Aspekte, die Sie als (ver-) störend empfinden, bereits in einer langen Tradition stehen. Wie dann mit dieser Tradition umgegangen wird, ist wieder eine andere Sache.

    Bei den Themen Taufe und Bekehrung vermischen sie unglücklich die Perspektiven und es kommt für mich zu irreführenden Ergebnissen. Die Kindestaufe MUSS ein Pfarrer in der Landeskirche vertreten – das erwartet das Kirchenrecht. Ob er das aber als „richtig“ anerkennt, ist damit notwendigerweise nicht gesagt, ebensowenig, dass er nicht auch vom Weg der Kindestaufe abweicht (das ist also keine Traditionsverhaftung, sondern hat eine ander Motivation). Das sollten Sie als Freikirchler berücksichtigen. Ebenso seine Botschaft zur Bekehrung, die sich m.E. an die Landeskirche und deren mehrheitliche theologische Auffassung richtet, die sich bekanntermaßen von anderen evanglischen Kirchen unterscheidet.

    Übrigens würde ich es anders als mein Vorredner für möglich halten, dass Herr Latzel sich mit Ihnen auf ein Podiumsgespräch einlassen würde. Ich würde das sehr interessant finden. Sie haben Ihre offene Haltung sehr deutlich gemacht. Der Schmerz, den ich in O. Latzels Aussagen mit Blick auf die Landeskirche bezogen auf „Abgrenzung“ heraushöre, sehe ich eher in dem Zusammenhang von kirchlichen Leitern/Pastoren, die schnell zu Äußerungen kommen wie: „Nein, mit solchen Leuten reden wir nicht“. Das wurde u.a. dann auch in der Öffentlichkeit deutlich, als Kirchenvertreter messianische Juden vom Kirchentag ausluden oder Dialoge mit andersdenkenden verweigern (da fällt mir spontan nur die AFD ein), was für mich völlig unverständlich und inakzeptabel weil unchristlich ist.
    viele Grüße, Klaus Jäckle

    1. Lieber Herr Jäckle,

      vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.

      Der Podcast „Bibelfundamentalismus“ kann nicht alle Aspekte der Thematik abdecken. Danke für Ihre Hinweise und Ergänzungen.

      Ich stimme Ihnen zu, dass man einzelne Bibelstellen unterschiedlich gewichten und verstärken kann. Auch gibt es kirchengeschichtliche Traditionen, denen gegenüber ein Verkündiger sich als zuverlässig erweisen möchte.
      Wenn jemand jedoch behauptet, seine Sicht der Bibelauslegung wäre die „wahrlich biblische“ und vor sich und vor anderen keine Rechenschaft über jeweilige Tradition und Gewichtung der Bibelstellen abgibt, dann würde ich Einspruch erheben.

      Zur Taufe: Auch mir ist bewusst, dass die Kindertaufe von der EvKirche vorgeschrieben ist. Wenn man jedoch an der Stelle biblisch konsequent wäre, wie behauptet wird, könnte es naheliegen, – auch als Pfarrer – über einen Austritt nachzudenken.

      Viele Grüße von Jens Stangenberg

  3. Sehr informativer und bedenkenswerter Vortrag, Danke dafür !

    Olaf Latzel hat mit einer Predigt, die er mal vor Jahren als Gast bei einer Evangelisation gehalten hat, nicht unwesentlichen Anteil daran, dass ich einen viel tieferen Zugang zum christlichen Glauben gewinnen durfte.
    Sinngemäß sagte er damals, dass man darum beten solle, dass Jesus „einschlagen“ möge im eigenen Leben, und dass er doch auf Golgatha auch für mich gestorben ist.
    Das hat mich tief berührt und dafür bin ich sehr dankbar.

    Aaaaber:

    Stand heute kann ich viele seiner (anderen) Aussagen aber immer weniger zustimmen, ja ich finde sie sogar befremdlich und stoße mich daran.

    Als er den Prolog des Johannes- Evangeliums direkt auf die Schrift bezog (und nicht auf Jesus, wie es ja gemeint sein dürfte nach meinem bescheidenen Schriftverständnis… Jesus als der „Logos“ !), empfand ich das schon fast als irreführend, um damit praktisch „biblizistische Apologetik“ zu betreiben.

    Mein bester Freund pflegte es so auszudrücken:
    Gott ist nicht Bibel geworden, Gott ist Mensch geworden und hat unter uns gelebt.

    Und wenn Latzel in seinem schneidenden Kasernenton deklamiert, es gehe ihm nicht um die Menschen, sondern um Gott, finde ich das arg bedenklich und vermisse da die Nennung der Nächstenliebe, welche immerhin als gleichwertig zur Gottesliebe angesehen wird… „selbst“ in der Schrift.

    Bezeichnend ist auch, dass sein „Ziehsohn“ und Protegé Paul Koch (angehender Theologe und amtierender Prädikant in St. Martini) in dieselbe Richtung stößt… er hat eine Predigt über „Gottes Zorn“ gehalten und bei YouTube veröffentlicht…
    als eine Christin dann in den Kommentaren schrieb, sie wolle sich lieber mit dem liebenden Gott befassen, weil ihr der von Koch beschworene Zorn befremdlich sei und sie sich von jenem Zorn auch nicht angesprochen fühle, erwiderte Koch darauf sinngemäß, man dürfte Gottes Zorn nicht ausblenden, weil man sonst sogar Gefahr laufe, „Götzendienst“ zu betreiben, indem man Gott bestimmte Eigenschaften abspreche bzw. ihn auf andere Eigenschaften zu reduzieren…
    ich finde solche Aussagen übergriffig, da sie in die Richtung zielen, anderen den rettenden Glauben abzusprechen, indem man selber die Glaubensinhalte verbindlich definiert.
    (habe ich schon oft in recht niveaulosen Internet- Diskussionen erlebt… Vorwurf ist immer derselbe:
    „Dein Glaube ist falsch, du glaubst an einen falschen Jesus, Gott ist „gerecht“ (wobei „gerecht“ nach jenem Duktus eigentlich immer mit „strafend durch ewige Hölle“ gleichzusetzen ist) usw…
    Aber das ist wohl ein anderes (leidiges !) Thema….

    Ich freue mich schon sehr, mich weiter hier in diesem Podcast einzuhören
    und wünsche dem Autor sowie allen Gottes Segen.
    🙂

    1. Danke für die biografisch-persönliche Rückmeldung. Mir liegt auch daran, dass uns das Evangelium in seiner ganzen Fülle tief in unserem Herzen erreicht. Mein Anliegen besteht keineswegs darin, die Bibel abzuschwächen, sondern das, was als „einzig wahre biblische Position“ auftritt, konstruktiv-kritisch zu hinterfragen. Das wird hoffentlich in den weiteren Episoden deutlicher.
      Viele Grüße von Jens Stangenberg.

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