#refocus 02 – Ausgangsbasis

  1. Gemeinsamer Ausgangspunkt: Alle im selben „Gastland“
  2. Wozu braucht es Religion?
  3. Angenommen, wir nähmen die Herausforderung an…
  4. Die Bibliothek der Bibel ist im „Gastland“ entstanden
  5. Der Inhalt von „Theologie“
  6. Das Geheimnis der Sprache
  7. Die Botschaft passt sich an den Zielkontext an
  8. Resonanzfelder erspüren
  9. Ausblick auf weitere Episoden

4 Gedanken zu „#refocus 02 – Ausgangsbasis“

  1. Ja, Resonanz im Sinne von Respekt + sprachlich-kultureller Anpassung ist eine wichtige Grundlage für gegenseitiges Verstehen.
    Wenn ich dem anderen jedoch dann etwas für ihn Neues und damit sein bisheriges Denken in Frage stellendes mitteile, muss es erstmal zu einem Abbruch der Resonanz kommen.
    Und dies geschieht in den biblischen Texten ständig, sobald Jesus spricht – die Menschen staunen und – im ungünstigsten Fall – sehen und verstehen nicht.
    Beim Resonanzabbruch stellt sich damit die Frage: Bin ich zu unsensibel oder ist meine Aussage wirklich angekommen und wie gehe ich dann damit um.
    Und falls es nicht zum Resonanzabbruch kommt, muss ich mich fragen, ob der andere mich überhaupt verstanden hat oder ob ich mich so auf den anderen eingeschwungen habe, dass ich nichts Neues mehr beitragen möchte.

    Ja, Wahrheit ist ein Geschehen und für Menschen, die der Zeit unterworfen sind, gibt es auch Wahrheiten,
    an die sie sich nur erinnern können und sich – günstigstenfalls – neu berühren lassen können.
    Auch wenn dies (noch) nicht gelingt, ändert dies nichts an dem Wahrheitsgehalt des vergangenen Ereignisses – insbesondere wenn daran Gott als Person beteiligt war, der zusagt, sich selbst treu zubleiben, auch wenn er Neues schaffend sich in anderer Form präsentiert.

    Für mich liegt das Problem des Zigarettenverkaufens tiefer, denn – um im Bild zubleiben – muss sich der arme Verkäufer nicht fragen, wie kompetent sein Chef in der Mitarbeiterführung und der Wahrnehmung der Interessen des Unternehmens ist, wenn er die Arbeitskraft seines Angestellten mit einem Ladenhüter aufreibt ? Könnte er sich nicht fragen, ob ihn sein Chef absichtlich quälen will ohne Rücksicht auf Unternehmensinteressen oder ihn vielleich als Sozialfall mitträgt an einem Ort, wo er keinen Schaden anrichten kann, weil er es für hoffnungslos hält ihn umzuschulen und die Firma längst andere Projekte verfolgt ?
    Könnte er sich nicht fragen, inwieweit er seinem Chef überhaupt noch vertrauen kann, wenn er all dies nicht transparent mit ihm bespricht ? Obgleich Transparenz gerade im Leitbild der Firma verankert ist ? Und selbst wenn der Chef es schließlich auf viel Drängen hin tun sollte, welche Garantie hätte der Verkäufer, würde er im Rahmen eines neuen Produktes für “Entspannung und Identitätsfindung mit psychophysischer Kundenbindung” im Rahmen der Vision der Firma losgeschickt werden, nicht noch einmal dasselbe zu erleben, nachdem ihn der Chef schon einmal auflaufen ließ ??
    oder zusammengefaßt: Weshalb sollte es mir trotz aller Bemühungen die Fehler meiner Vorgänger zu vermeiden und auf die Inspiration des Geistes vertrauend, nicht genauso ergehen wie ihnen, dass trotz subjektivem Vertrauen die notwendige Inspiration in ausreichendem Ausmass einfach ausbleibt ?
    In diesem Fall bleibt mir ja garnichts anderes übrig, als in gewissen Sinne dogmatisch und ungefühlt an der zugesichterten Treue Gottes festzuhalten und mich stumpf zu weigern zurückzusehen oder aus dem erlebten (Nicht-)Handeln Gottes in meinem Leben irgentetwas über ihn ableiten zu wollen.

    1. dogmatisch und ungefühlt… an Gottes Zusagen festhalten… hört sich irgendwie nicht attraktiv an, und doch in aller Stille verstanden eine schöne Definition von Glaube.

  2. Ich freue mich riesig über diese Serie und auf die Folgen, die vor mir liegen.
    Tradition, christliche Verhaltensmuster und Sprache, die sich z.T. über Jahrzehnte in vielen von uns als „selbstverständlich“ und „unumstößlich“ eingebettet haben neu zu überdenken und anzuschauen ist, wie im Podcast erwähnt, ganz und gar nicht einfach.
    Wenn wir aber unsere und die nächste Generation irgendwie erreichen oder mitnehmen wollen, dann ist es, denke ich, allerhöchste Zeit genauer und auch kritischer hinzuschauen. Sonst können wir die Fragen, die auf uns zukommen und auch jetzt schon im Raum stehen, gar nicht beantworten.
    Ich empfinde es als befreiend, endlich hinterfragen und auch „forschen“ zu dürfen. Es ist erlaubt! Dieser Gedanke ist mir lange Zeit gar nicht gekommen aber dieses unruhige, unangenehme Gefühl von dem auch du, Jens, sprichst, begleitet mich schon lange. Ist die Gute Nachricht wirklich eine gute Nachricht?
    Ich bin total gespannt und gehe gerne mit auf diese Reise. Endlich ist sie im „Programm“ 🙂
    Herzlichen Dank!

    1. Liebe Ilka,
      sehr vielen Dank für deine anspornende Rückmeldung. Vieles in diesem Podcast ist noch unfertig und nicht wasserdicht formuliert. Wenn es dich und andere anregt, über die Wurzeln und die Gestalt des christlichen Glaubens frisch nachzudenken, entspricht das genau der Absicht. Schöne Grüße.

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